Himmlische Klänge in der Pfarrkirche

Veröffentlicht von Benno Huber am 11.07.2026
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Fridolfing.

Der Adam-Gumpelzhaimer-Chor ist gemeinsam mit den Chören der Trostberger Realschule, einem Projektorchester und drei Solisten in der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt in Fridolfing aufgetreten. Unter der Leitung von Roland Büchner entstand ein meisterliches Gesamtkunstwerk. Die Gesamtleitung hatte Claudia Judex, welche vor allem die Chöre auf diesen großen Auftritt vorbereitet hatte. Im Mittelpunkt stand die Cäcilienmesse des französischen Romantik-Komponisten Charles Gounod. Gemeindereferentin Sabine Fett ging in ihren einleitenden Worten auf den besonderen Charakter der Cäcilienmesse ein. Gounod, selbst ein tiefreligiöser Komponist, schuf sie zu Ehren der Heiligen Cäcilie, der Patronin der Kirchenmusik, und so durfte ihr Umfang natürlich auch das maximal möglichen Ensemble der Komponenten einer liturgischen Messe enthalten. Neben Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus, Benedictus und Agnus Dei kamen hier noch Offertium und Domine, salvum fac hinzu.

In Fridolfings geräumiger Langkirche – die exakt zum Todesjahr des Komponisten Gounod 1893 geweiht wurde – erklang zunächst eine festliche Intrade für Bläser und Pauken von Johann Pachebel, der vor allem durch seinen „Hochzeits-Kanon in D-Dur“ Bekanntheit erlangte. Die barocke Intrade schuf in ihrer doppelchörigen Anlage eine wunderbare Eröffnung, der ein zeitloser Friedensapell folgte – in der heutigen Zeit wichtiger denn je. Felix Mendelssohn Bartholdys „Verleih uns Frieden gnädiglich“ basierte auf einem von Martin Luther ins Deutsche übersetzten inniglichen Friedenswunsch. In Fridolfing war es gleichzeitig eine berührende Hinführung zur eigentlichen Cäcilienmesse, bei der Chor und Orchester ihren ersten gemeinsamen Auftritt an diesem Abend hatten. Bereits hier zeigte sich die hervorragende Vorarbeit von Claudia Judex in den Chorproben, die durch die meisterliche Dirigentschaft von Roland Büchner ihren Feinschliff erhielt. Wie kaum ein anderer verstand es Büchner, den Chören und einem Projektorchester, das aus überwiegend heimischen Musikern – Laien und Profis – zusammengesetzt war, die Fähigkeiten zu entlocken, um aus einem regionalen Konzert ein Musikerlebnis von überregionalen Qualitäten zu schaffen. Die Trostberger Chöre brauchen sich da nicht vor Münchner Bühnen zu verstecken. Durch die Handschrift Büchners, der einst die Regensburger Domspatzen leitete, wurde das Orchester zum idealen Begleiter für den Chor, entwickelte aber auch eigene Akzente.

Immer wieder ist es spannend, wie es Judex und Büchner bei allen ihren Konzerten gelingt, mit so einem neu zusammengesetzten Ensemble-Orchester, dem bewährten Gumpelzhaimer-Chor und sich stets weiter entwickelnden und sich verändernden Realschulchören immer wieder neue musikalische Facetten zu bilden. Dies gelang auch mit dem Höhepunkt des Abends, der Cäcilienmesse, die durch ihren Charakter als Patronatsmesse der Kirchenmusik einen besonderen Stellenwert unter den gesungenen Messen einnimmt. Bereits das Kyrie unterstrich den festlichen Charakter, was mit der Kombination aus jungen und erfahrenen Stimmen überzeugend gelang. Auch die Solisten (Eva Maria Amann, Sopran, Sebastian Rindberger, Tenor und Hans-Joachim Bernhart, Bass) fügten sich hier harmonisch ein. Sie hatten ihren ersten großen Einsatz beim Gloria. Eva Maria Amanns ausgebildete Opernstimme glänzte auch hier. Nicht einfach in einer 1100 Plätze umfassenden Kirche gesangliches Volumen zu schaffen – HansJoachim Bernhart gelang dies ebenso wie Sebastian Rindberger. Alle drei übernahmen bei ihren Soli tragende Rollen ohne zu dominant zu wirken und verbanden sich in den entscheidenden Passagen mit den Chören zu einer singenden Einheit – klar und mit Volumen durch das lange Kirchenschiff überzeugend wirkend. Das Credo überraschte mit einer spürbaren Dramatik zu Beginn, schuf aber gleichzeitig den Raum für die eindringliche Stimmen der drei Soliste. Tenor Rindbergers lyrischem Solo zum „Sanctus“ folgte ein innig vorgetragenes „Benedictus“ durch Eva Maria Amann.

Auch dieser Konzertabend war ein voller Erfolg für das Gespann Judex-Büchner. Durch ihre „Vorarbeit“ konnte Claudia Judex sowohl den Gumpelzhaimer Chor als auch ihre Realschulchöre auf die Cäcilienmesse perfekt einstimmen. Roland Büchner setzte darauf auf und schuf mit dem Orchester – zu dem auch Agathe Renner am Continuo sowie Konzertmeisterin Hildegard Surner zählten –, den Chören sowie den Solisten ein meisterliches Gesamtkunstwerk. Ein lang anhaltender stehender Applaus sowie eine Zugabe waren spürbare Zeichen für die hohe Anerkennung dieser Leistung. Man darf gespannt sein, und sich freuen, auf die nächsten Konzerte in dieser Konstellation.

Zuletzt geändert am: 11.07.2026 um 06:50

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