Cäcilienmesse Baumburg 2026

Veröffentlicht von Web Redaktion am 07.07.2026
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Adam-Gumpelzhaimer-Chor sorgt für musikalisches Fest in Fridolfing und Baumburg

Unter erfahrener Leitung von Roland Büchner gelangen zwei großartige Aufführungen – erst in Fridolfing,dann in Baumburg.

Cäcilienmesse Baumburg 2026,
 6. Juli 2026,
 MergenthalFoto: Mergenthal

Vom feinen Swing der Mehrchörigkeit bis zum romantischen Stimmungsgemälde – zwischen diesen beiden Polen bewegte sich das Konzert des Adam-GumpelzhaimerChors Trostberg in der vollen Stiftskirche Baumburg – ein erhebender Rahmen für diese erhebende Musik. Im Mittelpunkt stand die „Cäcilienmesse“ von Charles Gounod. Wohltuend ruhig hielt Gastdirigent Roland Büchner die vielen Mitwirkenden zusammen. Die barocke Intrade von Johann Pachelbel für Bläser und Pauken bildete einen festlichen Auftakt voller Leichtigkeit und einen Kontrast zur romantischen Klangsprache. Drei hervorragende Solisten, die auch als Trio perfekt harmonierten, ohne dass eine Stimme dominant in den Vordergrund trat, bereicherten die Aufführung der Messe: die gebürtige Trostbergerin Eva Maria Amann, die an der Musikhochschule Augsburg studiert und diverse Stipendien erhalten hatte und 2014 Finalistin beim Bundeswettbewerb Gesang in Berlin war, mit ihrem weichen und strahlenden Sopran, Hans-Joachim Bernhart aus Mühldorf mit seiner ruhigen Bassstimme, und ein ehemaliges Hirtenkind beim Salzburger Adventssingen, der ausdrucksstarke Tenor Sebastian Rindberger.

Den Nachwuchs gelungen eingebunden

Unter der erfahrenen Gesamtregie von Chorleiterin Claudia Judex, die bei der Aufführung im Projektorchester die erste Oboe spielte, waren der Chor und die Chöre der Realschule Trostberg hervorragend auf dieses große Werk vorbereitet worden. Judex hatte mit den Kindern, ihren Musikschülern, die Stimmen zunächst separat geübt und sie dann in die letzten Chorproben einbezogen. Eine große Herausforderung, zumal die Mitwirkenden über den gesamten Altarraum verteilt waren und sich die in solchen Aufführungen noch nicht routinierten Jugendlichen auf den relativ weit entfernt stehenden Gastdirigenten mit seinem anderen Leitungsstil einstellen mussten. Die Mühe hat sich gelohnt.
Das „Kyrie“ begann atmosphärisch – zunächst mit den jungen Stimmen alleine, dann stießen die Erwachsenen dazu –, schwang wunderbar dahin und endete geheimnisvoll, mit gekonnt abgesetzten „Kyrie“-Rufen. Das „Gloria“ wirkte am Anfang wie ein Engelsgesang, um dann mit voller Wucht im „Laudamus te“ loszubrechen. Die Solisten berührten das Herz mit gefühlvollen Passagen wie „Gracias Agimus“ und „Qui tollis“; dazwischen übernahmen feurige Streicher und ein temperamentvoller Chor die Führung. Die Präsenz bei den Einsätzen bei den letzten „Laudamus“-Rufen und dem abschließenden „Amen“ synchron mit dem Orchester überzeugte.

Alle Instrumentalisten und Stimmgruppen gut aufeinander eingestellt

Eine triumphierende Grundstimmung prägte den Beginn des „Credo“. Die Wiederholung des innigen Solistenthemas „Et incarnatus est“ durch den Chor kam geheimnisvoll rüber und war von duftigem Pizzicato getragen. Unter die Haut gingen die durch alle SolistenStimmen und den Chor wandernden eindringlichen „Crucifixus“-Rufe. Beim „Et resurrexit“ entstand aus vereinzelt aufflammenden Stimmen, die an die noch ungläubig aufgenommenen Zeugnisse einzelner Frauen von der Auferstehung Jesu erinnerten, auf einmal ein gewaltiger Jubelchor. Das abschließende „Et expecto“ hätte noch etwas klarer sein können. Nach dem instrumentalen lieblich dahinfließenden „Offertorium“ gewährte das „Sanctus“ mit einem lyrischen Tenorsolo einen Blick in den offenen Himmel, bestätigt durch das „Benedictus“ mit seinem innigen Sopransolo. Ein Höhepunkt gegen Schluss der Messe waren dramatisch-virtuos gezupfte Läufe in Bässen und Celli. Alle Instrumentalisten und Stimmgruppen zeichneten sich durch höchste Präsenz aus und waren gut aufeinander eingestellt. Die Kinder waren harmonisch integriert in das gesamte Klanggemälde, und ihre hellen Stimmen gaben dem Chorklang besonderen Glanz.

Wiederholung in perfekter Harmonie

Eine gute Idee war es auch, das zweite Werk des Abends „Verleih uns Frieden gnädiglich“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy am Ende nochmal als Zugabe zu bringen. Wirkte das Stück beim ersten Durchlauf noch etwas angespannt und gehetzt, mit einer leichten Diskrepanz zwischen den zwei führenden Celli und den Singstimmen, so gelang die Wiederholung in perfekter Leichtigkeit und Harmonie zwischen Instrumenten und Chor. Das begeistert applaudierende Publikum darf gespannt auf die nächsten Projekte des Chors sein, das Weihnachtskonzert und das Sommerkonzert 2027, unter anderem mit der „Paukenmesse“ von Joseph Haydn.

Zuletzt geändert am: 08.07.2026 um 06:43

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